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Gefühlsstarke Kinder verstehen – Warum Bilderbücher häufig der Schlüssel zu starken Emotionen sind.

Gefühlsstarke Kinder fühlen intensiver, reagieren leidenschaftlicher und erleben ihre Emotionen oft wie eine Welle, die sie komplett überrollt. Dabei scheint die Wut riesig zu sein. Traurigkeit tief & die Freude grenzenlos.

Für uns Eltern von gefühlsstarken Kindern kann das sehr herausfordernd sein – für Kinder selbst oft noch mehr. Genau hier können Bilderbücher eine wundervolle Brücke sein, um gemeinsam durch die turbulente Zeit zu kommen. 


Warum sind ausgerechnet Bilderbücher für gefühlsstarke Kinder so wichtig?

1. Gefühle werden sichtbar und greifbar

Gefühlsstarke Kinder erleben Emotionen körperlich und überwältigend. Bilderbücher helfen uns dabei enorm, denn sie machen Unsichtbares sichtbar: Farben, Mimik, Symbolik – all das hilft, Emotionen zu erkennen und zu benennen.

Wenn ein Kind sieht, dass auch andere wütend, traurig oder ängstlich sind, entsteht Entlastung: „Ich bin nicht falsch. Andere fühlen das auch.“ Ihr habt die Chance gemeinsam über dieses Thema zu sprechen. 


2. Distanz schafft Sicherheit

In einem Buch geht es nicht direkt um das eigene Kind. Es geht um eine Figur. Diese kleine Distanz schaffen Platz und Raum dafür, über schwierige Gefühle zu sprechen, ohne dass sich das Kind angegriffen fühlt. Ihr könnt euch wunderbar darüber austauschen und fragen: „Was glaubst du, warum ist das Monster so wütend?“ Ihr schafft eine tolle Ebene für sinnvolle Gefühlsgespräche!


3. Emotionale Sprache entwickeln

Gefühlsstarke Kinder brauchen Worte für ihr intensives Innenleben. Bücher erweitern den Gefühlswortschatz und helfen, differenzierter zu sprechen:
nicht nur „wütend“, sondern auch „enttäuscht“, „frustriert“, „überfordert“. 

Ein wunderbarer Mama-Moment bei mir war, als mein Sohn zu mir sagte: „Aber Mama, ich hatte gerade so viel Wut in meinem Bauch!“ Genial oder? 


4. Selbstregulation lernen – durch Identifikation

Wenn Figuren Strategien finden, mit ihren Emotionen umzugehen, lernen Kinder indirekt mit. Sie übernehmen diese Lösungsansätze oft spielerisch in ihren Alltag. Gerade bei meinem kleinen Sohn, beobachte ich sehr häufig, wie er im Rollenspiel seine eignen Gefühlsausbrüche nachspielt und versuch, den Figuren Lösungsvorschläge anzubieten. 


Meine Lieblingsbilderbücher zum Thema Gefühle möchte ich euch nicht vorenthalten. 

Jim ist mies drauf – Suzanne und Max Lang

Ein wunderbares Bilderbuch, das witzig und einfühlsam den Umgang mit Gefühlen beschreibt, die sich nicht so leicht erklären lassen. Dabei wird eins klar: es ist okay, auch mal schlecht drauf zu sein.

Panther, Panther, sei entspannter – Britta Sabbag & Igor Lange

Es gibt Tage, an denen kommen wir einfach nicht zur Ruhe. So geht es auch dem Panther. Die anderen Tiere haben viele Ratschläge für ihn. Wie es ihm gelingt, erzählt diese wunderschöne Geschichte. 

Beissen darf nur das Krokodil – Carina Heer

Dieses Bilderbuch zeigt bereits den kleinsten spielerisch, wie der Umgang mit Wut gelingen kann. Denn beißen darf nur das Krokodil 😉

Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär? – Nora Imlau

Tilly, ein ziemlich temperamentvolles Pandakind. Ihr Wunsch nach Selbstbestimmtheit und ihr Wille sind stark, doch ihre Frustrationsgrenze noch niedrig. Immer wieder spürt sie die Wut im Bauch. Doch wie gut, dass Mama weiß, wie das ist mit der Wut im Bauch. Und sie weiß auch, dass wir die Wut nicht verbieten können. Aber ihr zuhören, damit sie kleiner werden kann.Hierbei lernen bereits die Kleinsten ihrer Wut zu beschreiben. 

Und was fühlst du, Känguru? – Nora Imlau

Es ist ein Mutmachbuch für besonders gefühlsstarke Kinder. Die Autorin versucht bereits den kleinsten eine Stimmer für ihre Gefühle zu geben. Ein wirklich grandioses Bilderbuch!

Der Grolltroll – Barbara van den Speulhof

Es könnte alles so schön sein! Wäre da nicht die blöde Hütte, die immer wieder zusammenkracht, oder der dumme Baum, von dem einfach kein Apfel herunterfallen will … Den Frust und die Wut, wenn Dinge nicht so laufen, wie man es sich wünscht, kennt jeder. Was aber tun, wenn die ganz große Wut kommt und uns einfach überrollt? Der Grolltroll findet eine Lösung. 

Das Kamel hat schlechte Laune – Rachel Bright 

Das Kamel Konrad hat schlechte Laune. Ihm ist heiß, er ist müde, und auf keinen Fall will er zur Oase wandern. Sollen die anderen Kamele eben ohne ihn losziehen. Aber allein im heißen Sand ist es irgendwie auch blöd … Da hoppelt plötzlich eine Wüstenspringmaus vorbei, die vor Fröhlichkeit nur so sprüht! Was ist wohl ihr Geheimnis? Könnte auch Konrad nur ein Lächeln von guter Laune entfernt sein?

Das Farbenmonster – von Anna Llenas

Ein wunderbares Buch, das Gefühle farblich sortiert. Ideal, um gemeinsam zu überlegen:
„Welche Farbe hat deine Wut heute?“

Heute bin ich – von Mies van Hout

Ausdrucksstarke Fisch-Illustrationen zeigen starke Emotionen sehr eindrücklich.

Wir haben davon die Gefühlskarten und lieben sie sehr. 
Meine Kinder dürfen sich die Karte auswählen, die zum eigenen Gefühl passt. 

Der Löwe in dir – von Rachel Bright

Die kleine Maus weiß es ist nicht immer leicht, klein zu sein. Wenn sie doch nur so brüllen könnte wie der Löwe, dann wäre alles besser. Am Ende der Geschichte macht die Maus eine besondere Entdeckung. Man muss gar nicht groß & stark sein, um seine Ängste zu überwinden. Dieses BB stärkt das´ Selbstbewusstsein und zeigt, dass Stärke viele Facetten hat.

Am liebsten bin ich Froh! – Daniela Kulot

Dieses Pappbilderbuch von mit originellen, fröhlichen Bildern und eingängigen Reimen unterstützt besonders Kindergartenkinder darin, ihre Gefühle wahrzunehmen und zu benennen. 

 Wenn ich wütend bin – von Trace Moroney

Äffchen Wim hat einen ziemlich miesen Tag, schon morgens geht einfach alles schief. Kein Wunder, dass Wim wütend wird – und zwar so richtig. Das fühlt sich gar nicht gut an. Geht die blöde Wut denn gar nicht wieder weg? Zum Glück wohnen viele andere Tiere im Dschungel, die dieses gewaltige Gefühl sehr genau kennen und Rat wissen. 


Warum das gerade für gefühlsstarke Kinder entscheidend ist

Gefühlsstarke Kinder brauchen nicht weniger Gefühl – sie brauchen mehr Verständnis. Mit Bilderbüchern schenkst du ihnen einen geschützten Raum, in dem sie lernen dürfen:
Meine Gefühle sind willkommen. Und ich kann mit ihnen umgehen.

Bilderbücher bieten:

  • Identifikation
  • emotionale Sicherheit
  • Sprachentwicklung
  • Strategien zur Regulation
  • Bindung durch gemeinsame Zeit

Wie geht ihr mit diesem Thema um? Welche Bücher lieben eure Kids?

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